Fahrschule Hiller

Zweirad-Ausbildung

Dies ist meine Begleitmaschine BMW R 1200 GS Adventure. Ob ein/e Fahrlehrer/in seine/n Fahrschüler/in bei der Motorradausbildung mit dem Auto oder mit dem Motorrad begleitet, ist ein Punkt, über den man diskutieren kann. Meine Meinung hierzu steht weiter unten auf dieser Seite. Dass ein/e Fahrlehrer/in aber selbst regelmäßig auf dem Motorrad sitzt und damit auch fährt, ist nach meiner Auffassung unverzichtbar. Deshalb fahre ich natürlich regelmäßig Motorrad, versuche dann, wenn es Sinn macht, möglichst viele Fahrstunden meiner Motorrad-Fahrschüler nicht mit dem Auto sondern mit dem Motorrad zu begleiten und besuche selbstverständlich neben allgemeinen Fortbildungsmaßnahmen auch Weiterbildungen, die sich nur mit dem Motorradfahren beschäftigen. 2015 war ich im Rahmen von "Motorrad Total" bei einem Fahrtraining auf höchstem Niveau auf der Motorradrennstrecke von Grobnik bei Rijeka (Kroatien). 2016 habe ich mir meinen langjährigen Traum von einer Abenteuer-Tour zum Nordkap verwirklicht. 2017 bin ich zum wiederholten Mal beim Fahrdynamiktraining auf der BOSCH-Teststrecke in Boxberg.



Wir zitieren aus dem Curricularen Leitfaden für die Motorradausbildung der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände e.V.:

"Ein Motorradfahrlehrer hat bei der praktischen Ausbildung eines Motorradfahrschülers keine direkte Möglichkeit auf dessen Fahrverhalten.... Der Motorradfahrlehrer trägt somit eine besonders große Verantwortung. Von ihm wird eine ausreichende eigene und möglichst aktuelle Erfahrung mit dem Motorrad erwartet. Er ist Motorradfahrer mit Leib und Seele  und erhält und erweitert seine Kompetenz nicht zuletzt durch den regelmäßigen Besuch von motorradspezifischen Weiterbildungsangeboten. Seinem Vorbildverhalten kommt eine besondere Bedeutung zu. Fahrlehrer, die die Motorradausbildung ohne persönliches Engagement und ausschließlich zur Komplettierung ihres Fahrschulangebots betreiben, werden den heutigen Ansprüchen und auch den aktuellen Anforderungen an die Verkehrssicherheit nicht (mehr) gerecht."

Diese Grundsätze nehmen wir uns sehr zu Herzen. Deshalb fahren wir selbstverständlich selbst regelmäßig mit dem Motorrad. Auch begleiten wir als erste Fahrschule im Hohenlohekreis seit 1986 regelmäßig unsere Zweirad-Fahrschüler vom Motorrad aus. Dies ist nach unserem Dafürhalten nicht immer, aber fast immer die einzig akzeptable Art und Weise einen Fahrschüler während der Ausbildung zu begleiten. So ist gewährleistet, dass ein Fahrlehrer seine(n) Fahrschüler(in) perfekt beobachten kann. Ganz genau zu wissen, was ein(e) Fahrschüler(in) tut, empfindet, fühlt, ist natürlich extrem wichtig, um jemand bei seinem jeweiligen Ausbildungsstand nicht zu überfordern und somit das Risiko zu stürzen oder sich gar zu verletzten so gering wie möglich zu halten.

Und da man als motorradfahrender Fahrlehrer geistig und körperlich das Gleiche tut (z.B. schwitzen oder frieren), ist man gedanklich viel dichter bei seinem Fahrschüler als im Auto, wo man ja keine Witterung (wie Regen, Kälte oder Hitze) spürt oder  keine Probleme mit dem Helm hat (z.B. mit dem Beschlagen des Visieres beim Fahren im Regen). Außerdem führt man, wenn man als Fahrlehrer selbst mit dem Motorrad mitfährt, genau die gleichen Handlungsabläufe sehr zeitnah mit seinem Fahrschüler durch. Auch das Beobachten der Fahrbahn, fällt dem motorradfahrenden viel leichter als dem autofahrenden Fahrlehrer. Zudem ist vom hinterherfahrenden Fahrlehrer vom Auto aus an einer unübersichtlichem Kreuzung extrem schwer zu beurteilen, ob sein vor ihm stehender Fahrschüler eigentlich genug nach rechts oder links sieht. Begleitet ein Fahrlehrer mit dem Motorrad, stellt er sich einfach neben seine/n Fahrschüler/in und kann dann eine falsche Position ganz einfach korrigieren. Und noch etwas: Wie oben zitiert lernt ein/e Fahrschüler/in zuerst durch Nachahmung eines Vorganges, den er/sie sich bildlich vorstellt. Wenn ein/e Fahrschüler/in sich nicht genau vorstellen kann, auf welcher Fahrlinie man am besten eine Kurve durchfährt, kann er/sie ganz einfach dem Motorrad des Fahrlehrers hinterherfahren. Das bedeutet, dass z.B. bei einer Überlandfahrt der Fahrlehrer auf dem Motorrad vorausfahrenderweise zeigen kann, wie man mit dem Motorrad in einer Kurve die richtige Sicherheitslinie fährt. Wie soll das ein Fahrlehrer können, der dies selbst nicht weiß, dies selbst nicht regelmäßig macht oder ganz einfach bei der Überlandfahrt im Auto sitzt? Und da wir selbst Motorrad fahren, bekommen Sie zusätzlich zum reinen Fahrschulwissen natürlich auch Tipps aus der Praxis für die Praxis.

Übrigens:

Haben Sie (noch) keine eigene Schutzkleidung, können Sie diese für die Dauer der Ausbildung von  uns erhalten.