Fahrschule Hiller

Zweirad-Ausbildung

Dies ist unsere Begleitmaschine. BMW R 1200 GS Adventure. Das Bild ist im September 2011 bei "Motorrad Total" in Slowenien auf dem Mangart aufgenommen worden. An diesem jährlich stattfindenden Langstreckentraining für Fahrlehrer/innen nehmen wir seit 1984 teil. Mehr dazu gibt es unter "Weitere Infos". Ob ein/e Fahrlehrer/in seine/n Fahrschüler/in bei der Motorradausbildung mit dem Auto oder mit dem Motorrad begleitet, ist ein Punkt, über den man diskutieren kann. Unsere Meinung hierzu steht weiter unten auf dieser Seite. Dass ein/e Fahrlehrer/in aber selbst regelmässig auf dem Motorrad sitzt und damit auch fährt, ist nach unserer Auffassung unverzichtbar. Deshalb fahren wir selbst natürlich regelmässig Motorrad, versuchen möglichst viele Fahrstunden unserer Motorrad-Fahrschüler nicht mit dem Auto sondern mit dem Motorrad zu begleiten und besuchen selbstverständlich neben allgemeinen Fortbildungsmassnahmen auch Weiterbildungen, die sich nur mit dem Motorradfahren beschäftigen.



Wir zitieren aus dem Curricularen Leitfaden für die Motorradausbildung der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände e.V.:

"Ein Motorradfahrlehrer hat bei der Ausbildung keine direkte Möglichkeit einzugreifen. Seine Verantwortung ist deshalb besonders gross. Vom Fahrlehrer wird erwartet, dass er über ausreichende Erfahrung mit dem Motorrad verfügt, die auch noch in die heutige Zeit hineinreicht. Ein guter Fahrlehrer ist mit Leib und Seele Motorradfahrer und hat ein persönliches Verhältnis zu seiner Maschine. Noch immer hat das Vorbild des Lehrers am meisten Wirkung. Motorradausbildung, nur um das Angebot zu komplettieren, ist zu wenig. Fahrlehrer, die ihre Motorradschüler nur vom geschützten Raum des PKW dirigieren, lassen weder impulsives Mitergriffenwerden noch besondere Sympathie beim Fahrschüler aufkommen."

Diesen Grundsatz nehmen wir uns sehr zu Herzen. Deshalb fahren wir selbstverständlich selbst regelmässig mit dem Motorrad. Auch begleiten wir als erste Fahrschule im Hohenlohekreis seit 1986 regelmässig unsere Zweirad-Fahrschüler vom Motorrad aus. Dies ist nach unserem Dafürhalten nicht immer, aber fast immer die einzig akzeptable Art und Weise einen Fahrschüler während der Ausbildung zu begleiten. So ist gewährleistet, dass ein Fahrlehrer seine(n) Fahrschüler(in) perfekt beobachten kann. Ganz genau zu wissen, was ein(e) Fahrschüler(in) tut, empfindet, fühlt, ist natürlich extrem wichtig, um jemand bei seinem jeweiligen Ausbildungsstand nicht zu überfordern und somit das Risiko zu stürzen oder sich gar zu verletzten so gering wie möglich zu halten.

Und da man als motorradfahrender Fahrlehrer geistig und körperlich das Gleiche tut (z.B. schwitzen oder frieren), ist man gedanklich viel dichter bei seinem Fahrschüler als im Auto, wo man ja keine Witterung (wie Regen, Kälte oder Hitze) spürt oder  keine Probleme mit dem Helm hat (z.B. mit dem Beschlagen des Visieres beim Fahren im Regen). Ausserdem führt man, wenn man als Fahrlehrer selbst mit dem Motorrad mitfährt, genau die gleichen Handlungsabläufe sehr zeitnah mit seinem Fahrschüler durch. Auch das Beobachten der Fahrbahn, fällt dem motorradfahrenden viel leichter als dem autofahrenden Fahrlehrer. Zudem ist vom hinterherfahrenden Fahrlehrer vom Auto aus an einer unübersichtlichem Kreuzung extrem schwer zu beurteilen, ob sein vor ihm stehender Fahrschüler eigentlich genug nach rechts oder links sieht. Begleitet ein Fahrlehrer mit dem Motorrad, stellt er sich einfach neben seine/n Fahrschüler/in und kann dann eine falsche Position ganz einfach korrigieren. Und noch etwas: Wie oben zitiert lernt ein/e Fahrschüler/in zuerst durch Nachahmung eines Vorganges, den er/sie sich bildlich vorstellt. Wenn ein/e Fahrschüler/in sich nicht genau vorstellen kann, auf welcher Fahrlinie man am besten eine Kurve durchfährt, kann er/sie ganz einfach dem Motorrad des Fahrlehrers hinterherfahren. Das bedeutet, dass z.B. bei einer Überlandfahrt der Fahrlehrer auf dem Motorrad vorausfahrenderweise zeigen kann, wie man mit dem Motorrad in einer Kurve die richtige Sicherheitslinie fährt. Wie soll das ein Fahrlehrer können, der dies selbst nicht weiss, nicht regelmässig macht oder ganz einfach bei der Überlandfahrt im Auto sitzt? Und da wir selbst Motorrad fahren, bekommen Sie zusätzlich zum reinen Fahrschulwissen natürlich auch Tipps aus der Praxis für die Praxis.

Übrigens:

Haben Sie (noch) keine eigene Schutzkleidung, können Sie diese für die Dauer der Ausbildung von  uns erhalten.